Kaiserbahn.de

087,0 Hollenbek


Hollenbek Wasserturm
Wasserturm mit Fachwerk im Kesselbereich

Treffen mit "Hein Hollenbek"

In Hollenbek zweigte die Nebenbahn KBS 114c nach Mölln ab. Die Personenzüge nach Mölln wurden in den dreißiger Jahren mit der Baureihe 64 bespannt. Nach Grenzziehung und Verkehrsrückgang genügten in den fünfziger Jahren Köf und zwei Donnerbüchsen. Auf der Kaiserbahn gab es Schienenbuslangläufe von Klein Zecher über Ratzeburg und Lübeck nach Ascheberg. Die Aufnahme des Wasserturms aus dem Jahr 1916 wurde freundlicherweise von St. Thum zur Verfügung gestellt (Sammlung Flint).

Herr Thum schreibt in einem Beitrag für Drehscheibe-Online:
Die ehemalige Kursbuchstrecke 114c Hagenow-Land - Ratzeburg - Oldesloe, auch als Kaiserbahn bekannt, war von Anfang an als Hauptbahn konzipiert. Die Trassierung erfolgte so, dass ein zweigleisiger Ausbau ohne weiteres hätte durchgeführt werden können. Alle Brücken über die Strecke waren so ausgeführt, dass ein weiteres Gleis mit dem 1897 gültigen Gleismittenabstand von 3,5 m hätte verlegt werden können. Brücken, auf denen die Strecke Hindernisse überquerte, waren für den Ausbau vorbereitet. Das erforderliche Gelände befand sich im Besitz der Bahn.

Eine Besonderheit der Strecke war, dass zwei der Unterwegsbahnhöfe mit Wassertürmen ausgestattet waren. Der eine steht heute noch - zunehmend baufällig und seines Wasserbehälters beraubt - in Wittenburg, der zweite befand sich in Hollenbek. Die beiden Türme waren bis auf die Tür- und Fensteraufteilung baugleich. Als sie neu gebaut wurden, war das Obergeschoss in Fachwerkbauweise errichtet worden. Irgendwann in den zwanziger Jahren wurde der Hochbehälter komplett ummauert. Sparsam wie man bei Preussens war, wurden die alten Steine wieder verwendet und nur das, was noch fehlte mit neuen Klinkern ergänzt.

In Hollenbek erfolgte die Wasserversorgung über einen Tiefbrunnen, der rund 500 m vom Wasserturm entfernt war. Pumpenhaus und Hochbehälter waren elektrisch verbunden, so dass die Pumpe immer dann ansprang, wenn der Wasserstand unter einen bestimmten Pegel gesunken war. Der Hollenbeker Wasserturm wurde in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre gesprengt.

Warum nun ausgerechnet in den beiden genannten Orten die Türme errichtet wurden und in anderen Bahnhöfen nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise hatte es etwas mit der strategischen Bedeutung der Strecke zu tun oder man fürchtete, dass einer Lokomotive des Kaiserzuges das Wasser ausgehen könnte. Aber das ist nun wirklich Spekulation.


Der Zug nach Mölln.



Mit freundlicher Genehmigung: Kreisarchiv Stormarn I16 (NL Schwerdtfeger)





Anschluss Kogel

Der Anschluss bei km 38,6 diente zum Abtransport landwirtschaftlicher Produkte des Gutes in Kogel.

Anschluss Kogel

Die folgende Aufnahme aus den 1980er Jahren zeigt die Bedienung des Anschlusses, Blickrichtung ist von der Weiche nahe dem Anschussende. Die Strecke der Kaiserbahn verläuft im Hintergrund beim Hochsitz. Die Lokomotive schiebt bald die beladenen Wagen zurück auf die Strecke, um die Fahrt nach Ratzeburg fortzusetzen.

Anschluss Kogel
Bild von H-M. Blank aus der Bildersammlung mobawo von Birger Kaiser.

Das Ende des Anschlussgleises. Leere Rübenwagen wurden zur Beladung bereitgestellt.

Anschluss Kogel
Bild von H-M. Blank aus der Bildersammlung mobawo von Birger Kaiser.