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ANB

Alsternordbahn (ANB)

Die ANB verbindet den Endpunkt der Hamburger U-Bahnlinie U1 mit dem Bahnhof Ulzburg Süd der AKN. Sie wurde 1953 eröffnet. Mit der zunehmenden Verlängerung der U-Bahn von Ochsenzoll über Garstedt bis Norderstedt Mitte verkürzte sich entsprechend auch die Streckenlänge der ANB.

Fahrzeugeinsatz in den 80ern:
Zunachst wurden Triebwagen mit Akkumulatorenantrieb eingesetzt, die später von Dieseltriebwagen von MAN ersetzt wurden. Der südliche Teil der ANB vom Haltepunkt Friedrichsgabe-Heidberg (heute Umsteigebahnhof Norderstedt-Mitte) bis Garstedt wies schon vor dem U-Bahnbau vor allem im Berufsverkehr ein erhebliches Fahrgastaufkommen aus. Gefahren wurde mit MAN-Dreiereinheiten: zwei Motorwagen und einem Beiwagen. Die Motorwagen verfügten über jeweils 150PS, das genügte in verkehrsschwachen Zeiten gerade zum Ziehen eines Beiwagens. Man erkannte diese Zweiergespanne bereits an der langsamen Annäherung an den Bahnsteig. Der Reisende tat gut daran, in den Beiwagen einzusteigen, denn das Dröhnen im Motorwagen war nicht unerheblich.

Eines Morgens fiel im morgendlichen Berufsverkehr ein Motor einer Dreiereinheit aus. Man bemerkte das Problem sofort an der Schleichfahrt des Zuges. Bis Friedrichsgabe-Heidberg zog sich die Fahrt noch hin, dort musste erst noch gehalten werden, ungünstigerweise am Beginn einer leichten Steigung. Aufgrund der Verspätung war der Zug schon voller Fahrgäste. Die Anfahrt in die Steigung gelang noch, dann blieb der Zug mit einem schwer arbeitenden Motorwagen und durchrutschender Kupplung liegen. Das Krisenmanagement war zu dieser Zeit noch nicht ausgereift. Der Zug schlich zurück bis zum Bahnhof Waldstraße, der über ein Ausweichgleis verfügte. Der nachfolgende Zug hatte bereits gewartet und fuhr davon, bevor einer der ca. 250 Fahrgäste umsteigen konnte.

Funkleitbetrieb:
Die Strecke verfügte abgesehen vom Abzweigbahnhof Ulzburg Süd über keine Signale zur Regelung des Zugbetriebs. Der Fahrbefehl wurde durch die Zugleitzentrale in Ulzburg Süd erteilt. Im 20-Minutentakt z.B. wurden die Zugkreuzungen in Garstedt-Richtweg und Quickborner Strasse durchgeführt. Nach Eintreffen beider Züge wurde per Funk die Erlaubnis zur Befahrung des Streckenabschnitts zum nächsten Kreuzungsbahnhof bzw. Endbahnhofs erteilt.