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Kesselwagen


Alte Kesselwagen in Spur 0

Zur Reichsbahnzeit gab es ca. 10.000 Kesselwagen, gefertigt wurden aber häufig kleine Serien, zumeist auch in privatem Auftrag. Dadurch entstand eine große Vielfalt an Varianten, z.B. bei den Bühnen oder bei den Bremserhäuschen. Als Modell entstehen drei Kesselwagen unterschiedlicher Vorbilder als Umbauten der O-Scale-Model-Kesselwagen, von denen letztendlich nur der Kessel übernommen wird.


Von links: Kesselwagen als Reichsbahnbauart, Austauschbauart und Verbandsbauart


Kesselwagen der Verbandsbauart


Kesselwagen der Verbandsbauart, Baujahr ca. 1917

Der 1909 gegründete Staatswagenverband legte konstruktionsbezogene Grundlagen für Kesselwagen fest, die für eine gewisse Vereinheitlichung der vorher in Länderbahnregie gefertigten Baugruppen sorgte. Dieses sind z.B.

Trotz der Vereinheitlichung gab es noch viele unterschiedliche Details, da die Kesselwagen in vielen Losen mit geringen Stückzahlen und hauptsächlich als Privatgüterwagen beschafft wurden. Die im Modell dargestellte Ausführung aus dem Jahr 1917 hat folgende individuelle Ausstattungsmerkmale:

Die Umsetzung im Modell: Die meisten Zurüstteile z.B. für das Fahrwerk und die Bühnen kommen von Petau Modellbau. Die Stangenpuffer wurden von Bauermodellbau bezogen, die übrigen Bauteile selbst hergestellt.

Vom OSM Kesselwagen wurde lediglich der Kessel verwendet, alle Öffnungen verspachtelt und überflüssige Anbauten vorsichtig mit einem Cuttermesser entfernt. Die Lackierung erfolgte mit Weinert Acryllack RAL 7030 (in der Abbildung ist noch das OSM-Fahrwerk vorhanden).


Der Entnahmestutzen. Die Flansche erhalten noch Flanschmuttern.

Alle Träger des Fahrgestells sowie die Pufferbohlen enstanden im Eigenbau, in dem die Materialstärken handelsüblicher Profile durch Abschleifen reduziert wurden. Für die Nietbilder kamen Bohrschablonen zur Anwendung. Die Träger wurden auf der Rückseite mit einem 0,5 mm Bohrer leicht angesenkt und die Nietung vorsichtig per Hand vorgenommen.



Das fertige Fahrgestell.

Das Bremserhaus ist komplett in Holz gefertigt. Von Scale-Modellbau sind Erleleisten in vielen Abmessungen erhältlich. Die Erleleisten wurden im Farbton „Eiche Mittel“ gebeizt, mit Weinert Acrylfarbe „Güterwagenbraun“ lackiert und anschließend leicht abgeschliffen.

Eine Tür ist zum Öffnen, um Einblick in das Häuschen zu gewähren. Sichtbar werden dann Sitz und Bremskurbel. Auch wenn auf den Fotos kaum sichtbar: Die Längsträger weisen die vorbildgerechten Nietbilder für die Befestigung von Achshaltern und Querträgern auf.


Kesselwagen mit geöffneter Bremserhaustür


Zur Alterung wurden Klever Brünierbeize und Kremer Farbpigmente verwendet. Der Kessel erhielt leichte Betriebsspuren, die losen Farbpigmente wurden abschließend mit mattem farblosem Lack von Weinert fixiert.


Die rechte Seite des Kesselwagens, noch unbeschriftet



Kesselwagen der Austauschbauart

Der Kesselwagen entstand ca. 1906 als Länderbahnbauart. Zur Zeit der Kaiserbahn um 1928 musste der in Normalstahl gefertigte Kessel aufgrund erhöhter Korrosion bereits ausgetauscht werden. Das Fahrgestell und die Bühnen blieben jedoch erhalten. Der neue dreischüssige Kessel wies ein manuell betriebenes Ablassventil auf dem Scheitel sowie einen Flansch für den Heizanschluss auf. Mit dem Austausch des Kessels wurde auch die Kunze-Knorr-Güterzugbremse nachgerüstet.


Kesselwagen der Austauschbauart, noch mit OSM-Fahrwerk ohne Bremserhaus

Generelle Merkmale des Wagens aus der Länderbahnzeit, wie sie häufiger anzutreffen waren:


Die Umsetzung im Modell: Die meisten Zurüstteile z.B. für das Fahrwerk und die Bühnen sind bei Petau Modellbau erhältlich. Der bei Schnellenkamp erhältliche Entnahmestutzen hat für die alten Kesselwagen leider einen zu großen Durchmesser, so dass diese Baugruppe selbst angefertigt werden muss. Zunächst entsteht das Fahrwerk in Messingbauweise, nachfolgend dann das Bremserhäuschen aus Holz.

Bei diesem Rahmen sind die Nieten separat eingesetzt und anschließend verlötet worden. Man erkennt dies an den Lotresten auf der Rückseite der Träger. Zum Herstellen der Nietbilder wurde eine Bohrschablone verwendet.


Rahmen des Kesselwagens mit Pressblechachsträgern

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Kesselwagen der Reichsbahnbauart

Der Kesselwagen entstand Anfang der zwanziger Jahre nach den Vorgaben der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft DRG:


Kesselwagen der Reichsbahnbauart, Fahrgestell und Bremserhaus noch im OSM-Ursprungszustand.

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4-achsige Kesselwagen der Länderbahnbauart

Die Kesselwagen der Länderbahnzeit wirken teilweise recht provisorisch, gab es doch Beispiele, bei denen ein vierachsiger Flachwagen mit einem Kessel beladen wurde. Der abgebildete Kesselwagen der SCNB, also der belgischen Staatsbahn, ist aber von Anfang an als Kesselwagen gebaut worden. Interessantes Detail: Der rechte Radsatz weist noch Speichen auf.


4-achsiger Kesselwagen der SCNB in Sourbrodt (Vennbahn)


Der Wagen enthält keinerlei Schwallbleche im langen Kessel, dadurch ist das Laufverhalten am Ablaufberg schwer vorherzusagen. Der Kessel liegt auf Holzbohlen auf dem Rahmen auf, gegen die dann die Spanngurte gespannt werden..


4-achsiger Kesselwagen der SCNB


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