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38 2010


P8 mit Langlauftender

Für die D-Züge der Relation Kiel - Berlin waren in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts planmäßig Lokomotiven der Baureihe 17.1 vorgesehen. Häufig musste aber auf die Baureihe 38 (P8) zurückgegriffen werden, weil bei einer BR 17.1 die Hauptuntersuchung fällig war oder Reparaturen anstanden. Bis Hagenow Land betrug die maximale Streckengeschwindigkeit ohnehin nur 100 km / h, so dass sich erst auf der Magistrale Hamburg - Berlin die geringere Höchstgeschindigkeit der P8 bemerkbar machte. Während der Ferienzeit waren die D-Züge stark nachgefragt, verbanden sie doch die Hauptstadt mit der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und der holsteinischen Schweiz. Dazu gab es noch Kurswagen aus München und sicherlich auch den einen oder anderen Verstärkungswagen. In dieser Zeit könnten auf der Strecke P8 mit Langlauftender gefahren sein, um nicht durch häufiges Wasserfassen noch mehr Verspätung zu bekommen.


Die Realisierung im Modell

Im Modell wird die zuletzt von der Fa. Kiss im Maßstab 1:43,5 ausgelieferte 38 2427 mit einem der seltenen Tender der BR39 von Dingler kombiniert. Sowohl vom Lok-Tenderübergang als auch von der Farbgebung passen Lok und Tender sehr gut zusammen. Von der 30 2010 war zufällig eine Aufnahme eines TT-Modells der Firma Tillig vorhanden. Die 38 2010 ist ebenso wie 38 2427 dreidomig und die Kesselaufbauten scheinen identisch zu sein bis hin zur geraden Griffstange an der Rauchkammertür. Somit kann die Kombination also vorbildgerecht in 30 2010 umgezeichnet werden.


P8 mit Langlauftender vor D64. Die Maschine wirkt fast wie eine Schnellzuglok.04.02.2021


Umbauarbeiten am Tender

Die elektrischen und mechanischen Verbindungen von Lok und Tender werden analog zum Original-Kiss-Tender ausgeführt, so dass die Tender getauscht werden können. Der Dingler-Tender hat einseitig isolierte Achsen und nutzt diese zur Stromaufnahme einer Seite. Daher sind Kugelkontakte ergänzt worden.


Ansicht des Tenders von unten mit den Kugelkontakten11.04.2021


Der Decoder befindet sich in der Lokomotive. Im Tender wird aber ein zusätzlicher Funktionsdecoder MX675V von Zimo eingebaut, um die Beleuchtung mit 1,5V Glühlampen einfach zu realisieren. Decoder von Lok und Tender können einzeln auf dem Programmiergleis eingestellt werden. Der Dingler-Tender hatte elektische Loklampen der Epoche III. Diese sind nun ersetzt durch preußische Loklampen mit Spitzenlicht passend zur frühen Epoche II. Die Kabelverbindungen bleiben vorerst unangetastet, da sonst umfangreiche Lackierarbeiten erforderlich wären.


Der Tender erhält preußische Loklampen mit Spitzenlicht passend zur frühen Epoche II.11.04.2021





P8 mit Langlauftender vor D63 auf der Schaalebrücke05.02.2021



P8 mit Langlauftender vor D64 auf der Schaalebrücke19.09.2021